Coolify auf einem Hetzner VPS installieren – Schritt für Schritt

Coolify ist eine selbstgehostete PaaS-Oberfläche, eine Heroku-Alternative für deinen eigenen Server. So bringst du sie sauber auf einen Hetzner VPS – mit dem offiziellen Skript, abgesichert und mit HTTPS.

Coolify ist eine selbstgehostete Oberfläche zum Deployen eigener Apps, Datenbanken und Dienste – quasi dein eigenes kleines Heroku, nur auf deinem Server und ohne Abo. In diesem Beitrag setzen wir Coolify von Grund auf einem VPS auf. Das ist die Basis für vieles andere, zum Beispiel das Monitoring mit Beszel, das ich in einem eigenen Beitrag zeige.

Was brauchen wir alles

  1. Einen Server, idealerweise einen VPS – zum Beispiel bei Hetzner oder Hostinger.
  2. Eine Firewall (bei Hetzner ist die gleich mit dabei).
  3. Die Coolify-Software selbst.
  4. Optional, aber von Vorteil: eine Domain mit einem Wildcard-Eintrag auf den VPS.

Mein Setup

  1. Hetzner VPS
  2. Hetzner Firewall
  3. Coolify
  4. Domain mit Wildcard

Kurz zur Domain mit Wildcard, weil das später Gold wert ist: Wenn ihr einen Wildcard-Eintrag (*.deine-domain.tld) auf die IP des VPS zeigen lasst, bekommt jede App, die ihr in Coolify deployt, automatisch eine eigene Subdomain samt HTTPS – ohne dass ihr für jedes Projekt einzeln am DNS herumschraubt. Muss man nicht haben, will man aber nach dem zweiten Projekt.

Installation

Server bestellen

Bestellt euch in der Hetzner Cloud einen Server mit ein bisschen Leistung – Coolify will mindestens 2 CPU-Kerne, 2 GB RAM und 30 GB Speicher sehen, eine CX22 passt für den Anfang gut. Als Betriebssystem nehmt ihr Ubuntu 24.04 LTS, das ist wichtig: Das Coolify-Skript läuft nur auf den LTS-Versionen von Ubuntu, nicht auf Zwischen-Versionen wie 24.10.

Wer seinen Server schon hat und per SSH-Key drauf kommt, kann gleich zu „Coolify installieren“ springen. Für alle anderen der Reihe nach:

  1. Server bestellen. In der Hetzner Cloud anlegen, Standort und Größe wählen, Ubuntu 24.04 LTS auswählen. Wenn ihr regelmäßig Backups wollt, gleich die automatischen Snapshots mitaktivieren.
  2. SSH-Key einrichten. Schon beim Anlegen euren öffentlichen Schlüssel hochladen (im Dashboard unter „SSH Keys“). Damit spart ihr euch das Root-Passwort und der Login ist von Haus aus sicherer.
  3. Verbinden und System updaten. Per SSH einloggen und einmal alles aktuell ziehen:
    ssh root@<server-ip>
    apt update && apt upgrade -y

    Docker müsst ihr übrigens nicht von Hand installieren – das erledigt das Coolify-Skript gleich mit.

  4. Firewall bei Hetzner einrichten – wichtig. Legt im Hetzner-Dashboard eine Cloud-Firewall an und weist sie dem Server zu. Aufmachen müsst ihr Port 22 (SSH), 80 und 443 (für eure späteren Apps) sowie 8000 für die Coolify-Oberfläche. Den Port 8000 braucht ihr nur zum Einrichten – am besten beschränkt ihr ihn auf eure eigene IP oder macht ihn wieder zu, sobald ihr Coolify über die Domain mit HTTPS erreicht.

Coolify installieren

  1. Mit dem Server verbinden. Coolify will als root installiert werden, also als root einloggen:
    ssh root@<server-ip>
  2. Coolify installieren. Ein einziger Befehl, der den ganzen Rest übernimmt:
    curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh | sudo bash

    Das Skript installiert die Basis-Tools, zieht die Docker Engine auf, legt die Verzeichnisse unter /data/coolify an, richtet die SSH-Keys ein und startet Coolify. Dauert ein, zwei Minuten.

  3. Domain oder IP des Servers öffnen und testen. Nach dem Durchlauf zeigt euch das Skript die URL an, normalerweise http://<server-ip>:8000. Die ruft ihr auf – und jetzt aufgepasst: Legt sofort euren Admin-Account an. Die Registrierungsseite ist offen, und wer zuerst ein Konto erstellt, hat die Kontrolle über den Server. Also erst registrieren, dann Kaffee.

Danach hinterlegt ihr in den Coolify-Einstellungen eure Domain (mit dem Wildcard-Eintrag von oben). Coolify holt sich automatisch die Let’s-Encrypt-Zertifikate und routet alles über seinen eingebauten Reverse Proxy. Ab da erreicht ihr das Dashboard sauber über HTTPS und könnt den Port 8000 in der Firewall wieder dichtmachen.

Software deployen

Jetzt steht die Plattform und ihr könnt loslegen. In Coolify legt ihr ein Projekt an und klickt auf + Add Resource. Von dort deployt ihr wahlweise direkt aus einem Git-Repository, über einen Dockerfile oder per Docker-Compose-Datei. Dank Wildcard-Domain bekommt jede App automatisch ihre Subdomain mit HTTPS, und mit „Deploy“ ist sie live.

Ein gutes erstes Projekt zum Üben ist ein schlankes Monitoring für eure Maschinen. Wie ihr Beszel mit Coolify aufsetzt, zeige ich Schritt für Schritt im Beitrag zu Beszel. Viel Erfolg beim Deployen.

Quellen: Coolify Docs – Installation · Hetzner Cloud Docs · Coolify auf GitHub

Christoph Purin
Christoph Purin

Mein Name ist Christoph Purin und befasse mich mit IoT Geräten wie Raspberry, Arduino, ESP. Auch Aktivitäten wie die FFW, Quad-fahren, Amateurfunk zählen zu meinen bevorzugten Hobbys.
Dieser Blog, stellt eine Sammlung meiner Projekte dar, wie Dinge gelöst oder umgebaut werden können.

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