Habe auf www.apfeltalk.de ein sehr schönen umschribenes Tutorial für ein Mediacenter auf MAC Basis gefunden. Leider habe ich noch keine Erlaubnis bekommen, dass ich es hier veröffentlichen darf. Deshalb hier auf Vorbehalt das Tutorial von skepsis

Das Mac MediaCenter Tutorial

Von was träumt jeder Apple User? Klar vom 30“ Cinema Display, vom iPhone und -natürlich- vom Mac MediaCenter! Um letzteren Traum erfüllen, kann ich zumindest ein paar Tipps geben!

Jeder wird sich vorm Hintergrund von Synergien in der Computertechnik schon mal gefragt habe, wozu es nötig ist im Wohnzimmer 3-6 Geräte vorzuhalten, die viel Platz wegnehmen, nicht schön aussehen und dazu noch untereinander nicht kompatibel sind. Warum nicht ein (!) Stück Hardware im Wohnzimmer, das je nach Aufgabe die passende Software parat hält? Nunja, genau das ist möglich. Rein Technisch schon länger, aber die gute Nachricht ist: die Entwicklung ist so weit voran geschritten, dass es sogar richtig alltagstauglich ist! Das Mac MediaCenter ist nicht nur ein adäquater Ersatz für die bisherige Wohnzimmertechnik, nein, es ermöglichst sogar ganz neue Möglichkeiten. Funktionen, die sich erst durch die technische Fusion im Wohnzimmer ermöglichen.

Ich blicke auf nunmehr knapp 2 Jahre MediaCenter im Wohnzimmer zurück und dachte mir ich bringe meine ganze Erfahrung in ein Tutorial unter, auch weil immer mehr Threads auftauchen, in denen die gleichen Fragen gestellt werden. Und vielleicht auch, weil viele bestimmt nicht wissen, was ihnen da entgeht!

Als ich mir damals das MediaCenter zusammengestellt haben, galt für mich eine Maxime. Das ganze MediaCenter muss ohne Maus & Tastatur bedienbar sein. DAS macht den Unterschied zu jedem, der auch vorher schon mal auf die Idee gekommen ist, seinen Rechner an den Fernseher im Wohnzimmer anzuschließen. Ich will nicht, auch wenn sie kabellos sind, mit Tastatur und Maus auf dem Schoß sitzen um den Fernseher, meine Filmbibliothek oder meine Musiksammlung zu bedienen. Das ist mir mit dem MediaCenter gelungen!

Also legen wir los! Nötig sind ein paar Investionen, wenn man die Geräte teilweise nicht ohnehin schon im Haus hat. Es wird Hard- und Software, ein Abo und etwas Liebe für technische Spielereien benötigt.

Hardware:

– Ein Mac mit Apple Remote. Ich habe bei mir einen Mac Mini im Einsatz. Es gibt auch User, die die schmale Lösung mit einem iMac fahren, z.B. für‘s Schlafzimmer. Das ist ebenso eine tolle Lösung, nicht unbedingt billiger, wenn man nicht sowie gerade einen iMac ausrangiert. Nur, dann ist leider bei 24“ das Ende der Fahnenstange erreicht. Meiner Meinung nach taugt der Mac Mini am besten, da er klein & stylisch ist und die Möglichkeit bietet einen großen Fernseher anzuschließen.

– Ein TV. Wohlgemerkt nur als Bildschrim. Die TV Funktion wird nicht genutzt. Ob LCD oder Plasma ist fast genug Stoff für ein eigenes Tutorial. Ob HD Ready reicht, oder es Full HD sein muss, ebenso. Ich will es hier bei den Basics belassen. Welches Gerät am besten in Frage kommt, ist abhängig von Geschmack, Anforderungen und Budget. Ich habe bei mir einen 32“ LCD Fernseher und bin damit sehr zufrieden.

– TV Empfänger. Der populärste Anbieter ist hier wohl Elgato. Dort gibt es für jede Lösung, ob Kabelanschluss, SAT-Schüssel oder DVB-T den passenden Empfänger. Wichtig ist hierbei noch, dass die Software Eye TV ebenso beiliegt und in dem Ökosystem MediaCenter ein große Rolle spielt.

– Ein Soundsystem. Auch hier möchte ich es beim Nennen belassen. Welche Geräte die besten sind, kann man stundenlang diskutieren.

– DVI auf HDMI Kabel

Software:

– OS X. Es muss nicht Leopard sein, Tiger geht auch. OS X 10.5 bietet nur ein paar Vorteile, beispielsweise das aufgefrischte Front Row.

– Eye TV. Die Software zum Fersehschauen. Bei Elgato beispielweise im Lieferumfang enthalten. Sie bietet auch viele weitere Vorteile, die man teilweise auch von Settop Boxen vom Fernseher kennt. Der EPG, One-Click Aufnahme, Exportieren von Aufnahmen in diverse Formate etc.

– Remote Buddy. Das Herzstück des MediaCenter. Mit Bordmitteln lässt sich nur Front Row mit der Apple Remote öffnen. Mit Remote Buddy öffnen sich hier ganz neue Türen. Mit dieser Software lassen sich nahezu alle gängigen Programme mit der Apple Remote öffnen und auch fernsteuern. Pro Programm können Profile festgelegt werden, so dass beispielsweisen bei langen Drücken von „Menu“ in VLC die Tonspur gewechselt wird. Da sind keine Grenzen gesetzt. Jeder kann so seine Lieblingsbelegung für jedes Programm festlegen. So ist es wirklich möglich alle Media Funkionen im Wohnzimmer mit einer 6 Tasten Fernbedienung zu steuern! Kostet einmalig 20 Euro.

– Perian. Hierbei handelt sich um eine Codecerweiterung von Quicktime, womit es möglich ist nahezu alle gängigen Videoformate auch in FrontRow wiederzugeben.

– VLC. Als Zweitvideoprogramm. Manchmal komfortabler als Quicktime

– TVTV Abo. Mit dem Kauf von Eye TV kann man ein Jahr lang kostenlos den Dienst TVTV benutzen, der einem den EPG auf den Mac liefert. Danach sind es 19 Euro im Jahr. Möglich ist es damit auch aus der Ferne über ein Webinterface TV Aufnahmen zu programmieren. Also nicht unbedingt eine schlechte Investition.

Wenn die ganze Technik verkabelt ist, kann es fast schon losgehen. Der Konfigurationsaufwand ist sehr begrenzt. Software installieren und das meiste funktioniert ohnehin schon von selbst. Wichtig ist nun, dass man sich die Zeit nimmt in Remote Buddy Pofile für die Programme festzulegen. Ich habe bei mir beispielsweise folgende Belgung:

Im „Leerlauf“:

(siehe Anhang 1)

In Eye TV

(siehe Anhang 2)

In VLC

(siehe Anhang 3)

Funktionsumfang:

TV

– Live TV

– Zeitversetztes Fernsehen. Zurückspulen und Anhalten auch ohne Aufnahme!

– EPG

– One-Click Aufnahme auf Festplatte

– Serienaufnahmeprogammierung. z.B. nimm jede Folge von Dr. House automatisch auf!

– Einfaches Schneiden der Werbung (im Programm integriert)

– Export in viele gängige Videoformate

– Aufnahmen können auf CD / DVD gebrannt werden

Filme

– universelles Filmabspielgerät durch Quicktime und VLC

– DVD Player. Das integrierte Laufwerk und die Front Row Integration machen den Mini zum

vollen Ersatz der gleichnamigen Box

Musik

– der volle Charme von iTunes auch im Wohnzimmer. Mit den richtigen Boxen der Ersatz für

die Stereoanlage

– Front Row. Ein echter Hingucker, nicht nur für Gäste. Selber kann man sich die Musik

optisch nicht besser aufbereiten

Bilder

– „Diaprojektor“ für alle Urlaubsfotos etc. am großen Bildschirm im Wohnzimmer. Einfach das

Album am (zweiten) Mac freigeben und per Front Row darauf zugreifen.

Internet am Couchtisch

– Wer will, kann spätestens jetzt Tastatur und Maus auf den Tisch holen

Vorteile:

– All-In-One Lösung. Allein optisch ein Traum: der Mac Mini löst Receiver Box, DVD Player, Settop Box, Videorecorder, Stereoanlage, Diaprojektor etc. ab

– Allein Eye TV bietet viele Vorteile im Vergleich zum normalen Fernsehen. Zeitversetztes Fernsehen ist mit das beste was in den letzten Jahren erfunden wurde. Ich drück dann „Pause“ wenn ich will und kann dann in der Werbung vorspulen, weil ich z.b. ne 15 Std später erst angefangen habe den Film zu gucken.

– Voll und ganz zukunftsfähig. Wofür sich manch einer ein neues Gerät kaufen muss, installiere ich nur eine neue Software. Jedes Einzelupdate erweitert das MediaCenter, wie z.B. kürzlich die Genius Funktion.

– Die Jukebox für die ganzen Wohnung. Sind einmal alle CDs digitalisiert, können sie in einem Karton im Keller verstaut werden! Von nun an läuft alles digital, kein CD Wechseln mehr. Mit AirTunes lässt sich dann sogar die ganze Wohnung beschallen.

– Eine Fernbedienung für alles! Und dazu noch eine schöne. Mit der Apple Remote lässt sich nun alles fernsteuern und ersetzt alle Einzelfernbedienungen!

– Komplette Bedienung auch ferngesteuert mit einem Computer möglich. Wenn es darum geht Werbung rauzuschneiden, Filme zu exportieren oder Wiedergabelisten in iTunes anzulegen kann ich das auch komfortabel mit einem Mac tun. Einfach Screensharing aktivieren und entfernt auf den Bildschrim zugreifen

– Keine Firmwarebeschränkungen. Hier läuft ein zwar unterfordertes, aber vollwertiges OS X, womit sich sehr sehr viele Möglichkeiten ergeben. Keine Einschränkungen was Dateiformate oder Software angeht. Keine Abhängigkeiten von Firmwareupdates irgendwelcher Hersteller. Die volle Freiheit eines Betriebssystemes.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Ein paar Nachteile hat jede Lösung, auch diese, die ich euch nicht verschweigen möchte:

Nachteile:

– „Light-Geek“ Lösung. Es ist wirklich voll alltagstauglich und nicht gebastelt, aber es ist schon etwas technikverliebt. Meiner Oma würde ich es nicht unbedingt empfehlen. Die will auf „1“ drücken und dann kommt ARD. So einfach ist es natürlich nicht mehr!

– Ist der Mini kaputt geht nichts mehr. Er war mal 1,5 Wochen in Reparatur. Da habe ich schon blöd aus der Wäsche geschaut!

– Ohne Einweisung wird kaum jemand die Sache bedienen können. (Wenn z.B. mal jemand zu Besuch kommt)

(- Wenn man nicht einen Fernseher hat, der sich automatisch ohne Eingangssignal abschaltet und mit wieder an, braucht man doch noch eine Fernbedienung um ihn an- und auszuschlaten. Ich habe aber gehört, dass die neuen Samsungs das automatisch machen.)

Kosten

Den Wünschen sind keine Grenzen gesetzt. Wer will, kann schon ab ca. 1000 Euro ein sehr passables MediaCenter erstehen. Den Mac Mini gibst für knapp 500 Euro, einen LCD TV 32“ ebenso. Es ist also nicht, wie viele denken, eine teure Lösung. Im Gegenteil! Wenn man ehrlich rechnet und die ganzen Einzelgeräte der letzten Jahre zum Anschaffungspreis zusammenrechnet ist es meistens sogar die günstigere Lösung. Und bietet dafür sogar mehr Funktionen! Klar, mit dem entsprechendem Plasma Fernseher und einem guten Soundsystem kann das MediaCenter gut gerne mehrere tausend Euro kosten. Bietet dafür aber auch jede Menge und ist eine Investition in die Zukunft. Viele zukünftige Erweiterungen können softwareseitig vorgenommen werden!

Fazit

Ich kann es jedem nur empfehlen! Ich habe mich inzwischen schon so daran gewöhnt, dass ich es eigentlich nur noch dann merke, wenn ich bei anderen Leuten bin. „Die Urlaubsfotos – wie wir müssen jetzt uns alle um den Computer setzen?“ „Mein Handy klingelt – drück mal kurz auf Pause! Wie das geht nicht?“

Das Mac MediaCenter ist wirklich ein souveräner Allrounder im Wohnzimmer. Nahezu jeder der es bei mir live gesehen hat überlegt sich ebenfalls auf den Zug zu springen.

FAQ

Q: Muss ich wirklich immer den Fernseher laufen lassen nur um Musik zu hören?

A: Nein. Mit einem iPod Touch oder iPhone kannst du bequem mit der App „Remote“ iTunes fernsteuern. Außerdem kann ich ja schon mit der Apple Remote lauter, leiser, vor und zurück steuern, ohne dass ich das unbedingt auf dem Fernseher sehen muss!

Q: Kann ich jeden Fernseher nehmen?

A: Jein. Inzwischen hat sich da einiges getan. Vor einiger Zeit war das noch ein riesen Problem. Da konnte man bei Fernsehern einiger Hersteller nicht die volle Auflösung ansteuern. Die aktuellen Geräte sind da inzwischen viel besser. Trotzdem lohnt es sich vorher im Internet mal nach Erfahrungswerten zu schauen. Er muss natürlich eine HDMI / VGA Port haben.

Q: Wie sieht‘s aus mit Updates?

A: Ich empfehle da eine sehr konservative Linie. Automatische Updates sind bei mir deaktiviert, schon allein deswegen weil ich nicht will, dass das Update Fenster mitten im Film aufspringt. Never change a running system gilt hier noch mehr als woanders! Es ist ein sensibles System wo ein großes Update auch schon mal gerne was durcheinander würfelt.

Q: Ist Apple TV ein adequater Ersatz?

A: Viele handeln Apple TV als MediaCenter Lösung. Mich überzeugt das Konzept jedoch nicht! Erstens kann man damit nicht fernsehen. Man baucht also mindestens doch 2 Fernbedienungen. Dann muss immer noch zwischen den Eingängen am Fernseher wechseln. Und was ist mit DVDs? Also reden wir übermindestens 3 Fernbedieungen!

Außerdem hängt das Apple TV auch nur am Tropf eines Computers. Wer wirklich eine autarke Lösung will, kommt um einen „echten“ Mac nicht herum. Außerdem kommt bei Apple TV genau das zur Geltung, was ich oben mehrfach erwähnt habe: Firmwarebeschränkungen! Auf dem Ding läuft nur was Apple will. Kein VLC, kein TV und bis neue Funktionen verfügbar sind, darf man geduldig auf Firmware Updates hoffen. Klar kann man hacken, aber das ist nicht das, was ich mir unter einer verlässlichen, stabilen Wohnzimmerlösung vorstelle. Umgekehrt es ist ja so, dass bis auf ein paar, wie ich finde unwichtige, Ausnahmen der Mini ja alles, was Apple TV bietet, auch kann. Also wenn schon, denn schon. So günstig ist Apple TV ja nun auch nicht!

Q: Wo lege ich die ganzen Daten ab?

A: Hier gibt es wirklich sehr viele Möglichkeiten! Obwohl ich bei mir einen Fileserver im Netzwerk habe, liegen die ganzen Daten „vor Ort“. In den Mini habe ich eine 320 GB Festplatte eingebaut und zusätzlich hängen noch 2 x 320 GB USB 2.0 Festplatten am Mini. Das ist fast 1TB und reicht mir locker aus. Klar kann ich auch über Netzwerk streamen usw. aber es ist meiner Meinung nach die komfortabelste Lösung. Die ganzen Inhalte sind im Netzwerk freigegeben, d.h. wer von einem anderen Rechner darauf zugreifen möchte, kann es auch so! Doch das kommt eigentlich sehr selten vor. Der Clou an der Lösung ist ja, dass ich die ganzen Inhalte an EINER zentralen Stelle wiedergeben kann, nämlich im Wohnzimmer!

… to be continued mit euren Fragen.

Ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen. Wenn doch, lasst es mich wissen!

Gruß

Skepsis

P.S.: Es gibt gute Nachrichten für die alle iPhone und iPod Touch Besitzer. Der Entwickler von Remote Buddy entwickelt momentan eine native Software für den App Store, womit sich dann alle Funktionen auch mit dem iPhone bedienen lassen. Das setzt dem ganzen natürlich noch die Krone auf!

(Es gibt zwar jetzt schon ein Webinterface, aber das ist sehr langsam und buggy)

Quelle: http://www.apfeltalk.de/forum/mac-mediacenter-tutorial-t176863.html

2 Kommentare

  1. Unter mac-medien-center.de findest Du einen Erfahrungsbericht und Tutorial über mein Medien Center auf dem iMac – vielleicht eine Anregung?

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