39 Jahre Mobilfunk

Heute vor genau 39 Jahren wurde das erste öffentliche Handy-Gespräch geführt. Motorola demonstrierte damit in New York die Möglichkeit einer neuen Technik, die inzwischen kaum mehr wegzudenken ist.

Kaum zu glauben, aber wahr: Das Mobiltelefon steht schon kurz vor seinem 40. Geburtstag. Genau heute vor 39 Jahren, am 3. April 1972, wurde das erste Mal öffentlich über ein Mobilfunknetz telefoniert. Mit seinem satte 1,1 Kilogramm schweren Mobiltelefon baute Martin Cooper ein Gespräch mit Dr. Joel S. Engel, Head of Research bei der Telefongesellschaft Bell Labs, auf. Auch wenn das Netz damals nur aus ein paar Test-Basisstationen von Motorola in New York bestand, waren die anwesenden Fachleute und Zuschauer schwer beeindruckt von der damals völlig neuen Technologie des Mobilfunks. Nach der öffentlichen Demonstration wollten sich einige Journalisten noch in einem eigenen Test versichern, dass die Technologie auch wirklich funktioniert und sie nicht nur verschaukelt wurden. Neben der Öffentlichkeit konnten mit der Vorführung damals auch gleich die Herren der Federal Communications Commission überzeugt werden, die der Technologie anschließend die nötigen Frequenzen einräumten.

Pate für die Idee der drahtlosen Überall- und Jederzeit-Kommunikation war laut Cooper die Science Fiction Serie Star Trek, in der Captain Kirk mittels einen kleinen Kastens, dem Kommunikator, (fast) jederzeit sofort die Enterprise erreichen konnte. Allerdings sollte es noch eine ganze Weile dauern, bis Mobiltelefone wirklich auf Handgröße geschrumpft waren. In all diesen letzten Jahren hat sich das Mobiltelefon vom kiloschweren Statussymbol über die mobile Telefonzelle für Jedermann bis hin zum Taschencomputer / -Büro heutiger Smartphones entwickelt. Von den knapp 1,2 Kilogramm des ab 1983 verfügbaren ersten kommerziellen »Handys« Motorola Dyntac 8000x (Preis: 4.000 US-Dollar), waren bis zur Einführung des GSM-Standards samt entsprechender Geräte 1992 nur noch knapp 520 Gramm übrig (Motorola International 3200). Die leichtesten Handys wurden dann rund um das Jahr 2000 gebaut, im großen Wettstreit der Industrie um das leichteste Telefon kamen mehrere Geräte mit nur rund 70 Gramm Gewicht auf den Markt. Die heutigen Smartphones sind mit etwa 120-140 Gramm wieder etwa schwerer geworden, bieten dafür allerdings auch viel mehr Möglichkeiten.

 

Viel Neues und viel Müll

Es war einmal ein

Einen ähnlich großen Einfluss wie die neuen Geräte und Klassen a la Smartphone hatte auch die Einführung der ersten Mobilfunkflatrates auf das verhalten der Nutzer und den Markt. Mit ihnen wurden Mobiltelefone zunehmend vom Notrufgerät für die wichtigsten Besprechungen zu einem allgemeinen Kommunikationsmittel, das aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken ist.

Genau hier liegt andererseits auch eines der größten Probleme des Mobiltelefons. Mit den immer schnelleren Produktzyklen und den 24-Monate oder kürzer laufenden Verträgen sammeln sich mit der Zeit Millionen von Altgeräten an. Der Bitkom geht etwa davon aus, dass für jeden Bundesbürger noch ein altes Mobiltelefon in deutschen Schubladen herumliegt. Auch die Bundespolitik überlegt [1] deshalb inzwischen fieberhaft, wie die Recyclingquote der Geräte, in denen unter anderem die seltenen Erden verbaut werden, nach oben treiben kann.

Dabei sind die alten Handys oft auch noch bares Geld wert. Altgeräte-Refurbisher wie Wirkaufens [2] bezahlen für die gebrauchten Telefone teils noch ansehnliche Beträge und kümmern sich um alles Weitere wie die sichere Löschung der persönlichen Daten auf den Geräten. Gut erhaltene Geräte können dann wiederverkauft und umweltschonend weiter genutzt werden, alles andere wandert in die Recyclinganlage, wo die wertvollen Rohstoffe wieder herausgeholt werden